Woher kommt unser Trinkwasser
Erfahren Sie genau, woher unser Wasser kommt und welchen Weg es bis zu ihrem Abnehmer durchlaufen hat

Der WFW gewinnt Wasser im Mündungsgebiet des Lechs in die Donau. Eiszeitliche Schmelzwässer haben dort große Mengen Gesteinsmaterial abgelagert. Diese quartären Kiese (vorwiegend Mittel- bis Grobkies) sind mehrere Meter stark und bilden ein ergiebiges Grundwasservorkommen. Die unterhalb der Kiesschicht liegende Gesteinsschicht – der Flinz – ist nur gering durchlässig und „trägt“ das Grundwasser.

Die Fassung Schönenfelderhof
Die Brunnenanlage auf einen Blick:
- Im Mündungsgebiet des Lechs
- Drei Horizontalfilterbrunnen mit fünf Metern Durchmesser und 12 Metern Tiefe
- Je Brunnen sechs Horizontalfilterstränge mit je 35 Metern Länge
- Drei Unterwassermotorpumpen je Brunnen
- Maximale Förderkapazität: 700, 800 bzw. 900 Liter/Sekunde
Durch die Horizontalfilterstränge tritt das Rohwasser aus den quartären Kiesen ein. Die Unterwassermotorpumpen befördern das Rohwasser durch Stahlrohrleitungen mit einer Nennweite von 600 bis 800 Millimetern zu Aufbereitungsanlage im Wasserwerk Genderkingen.

DAS WASSERWERK GENDERKINGEN
Im Wasserwerk Genderkingen wird das sauerstoffarme Rohwasser zu Trinkwasser aufbereitet.
Dazu wird es zuerst in der Aufbereitungsanlage belüftet. Der zugeführte Sauerstoff dient der Oxidation von gelöstem Eisen und Mangan in unlösliche, abfiltrierbare Verbindungen. Mit Schwebstoffen und organischen Bestandteilen über offene Quarzkies-Filter aus dem Wasser entfernt.Das Rohwasser hat von vornherein eine gute Qualität, deshalb ist eine weitergehende Aufbereitung nicht erforderlich.
Anschließend pumpen fünf horizontal liegende Kreiselpumpensätze mit einer Förderleistung von bis zu 2.300 Litern je Sekunde das Trinkwasser vom Wasserwerk zum circa 156 Meter höher gelegenen Scheitelbehälter Graisbach.Von dort fließt es im freien Gefälle durch die rund 101 Kilometer lange WFW-Fernleitung über die Hochbehälter Pleinfeld und Krottenbach bis zum Pumpwerk Steudach bei Erlangen.


Das Fassungsvermögen der Zwischenbehälter bei Graisbach sowie bei Pleinfeld beträgt je 20.000 Kubikmeter. Der Verteilerbehälter Krottenbach fasst 60.000 Kubikmeter. Er wurde im Jahr 2009 aufwändig saniert. Das gesamte Speichervolumen der Wasserbehälter beträgt 100.000 Kubikmeter; damit können die unterschiedlichen Entnahmemengen gesteuert werden, der sogenannte Tagesausgleich.

Die rund 101 Kilometer lange Fernleitung des WFW führt vom Scheitelbehälter Graisbach bis Erlangen. Sie besteht aus circa 21 Kilometer Spannbetonrohren (Nennweiten 1.400 Millimeter und 1.200 Millimeter) und circa 80 Kilometer Stahlrohren (Nennweiten 1.200 Millimeter bis 700 Millimeter). Die Fernleitung ist für einen Betriebsdruck von bis zu 25 bar ausgelegt und mit einer mittleren Erdüberdeckung von 1,50 Meter verlegt. Bei Büttelbronn unterquert die Rohrleitung einen Höhenzug in einem 800 Meter langen Stollen. Zum Schutz von Straßen, Bahnlinien oder Stromleitungen und des Main-Donau-Kanals vor übermäßigem Wasseraustritt im Falle eines Rohrbruches ist die Leitung mit 14 Rohrbruchsicherungen ausgestattet. Durch ein spezielles Lecküberwachungsprogramm werden auftretende Wasserverluste sofort zur zentralen Leitstelle gemeldet. Die Rohrbruchsicherungen werden – wenn nötig – automatisch geschlossen.