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WFW testet neue Technologien für die Versorgungssicherheit: Lauschangriff auf die Trinkwasserleitung!

Kleiner Ball, große Wirkung - Lauschangriff auf die Trinkwasser-Leitung.

Er ist so groß wie ein Tennisball und intelligent. So intelligent, dass er durch Trinkwasser-Leitungen schwimmen und dabei Leckstellen finden kann: der Smart Ball®.

Wann muss eine Trinkwasser-Fernleitung aus Spannbeton erneuert werden? Wie lassen sich kleine Leckagen frühzeitig entdecken und gezielt beheben? Fragen, die die Wasser-Spezialisten beim WFW seit geraumer Zeit beschäftigen. Der WFW ist der Zweckverband Wasserversorgung Fränkischer Wirtschaftsraum, seine Betriebs- und Geschäftsführung liegt bei der N-ERGIE Aktiengesellschaft. Bis dato konnten Leckwassermengen in Großrohrleitungen nur durch aufwändige Abdrückversuche ermittelt werden. Die genaue Ortung einer Leckage war dadurch aber noch nicht gegeben. Mittlerweile haben die WFW-Experten eine Antwort gefunden: mit Hilfe von SmartBall® Leak Detection, dem neuen System zur Leckerkennung und - ortung.

Praxistest bei laufendem Betrieb

Ein kanadisches Unternehmen hat den schlauen Ball erfunden. Bei Bedarf kauft der interessierte Wasserversorger die komplette Dienstleistung ein, es gibt auch einen Lizenznehmer in Deutschland. SmartBall®-Experten drückten also für einen Praxistest beim WFW den SmartBall® im Hochbehälter Graisbach bei Donauwörth durch ein Ventil in die Fernleitung DN 1400 Richtung Nürnberg. Siebeneinhalb Stunden später bargen sie den intelligenten Ball kurz vor Treuchtlingen wieder. Er hatte 21 km Leitung passiert und dabei wertvolle Informationen gesammelt: Ein im Inneren installiertes Hydrophon hatte alle Geräusche in der Rohrleitungen aufgezeichnet und in einem Mikrochip gespeichert. Der SmartBall® spürt Leckagen rein durch akustische Aufzeichnungen auf. Diese Messmethode macht das System unabhängig vom Rohrwerkstoff. Dabei müssen bestimmte Randbedingungen erfüllt sein, hauptsächlich ein ausreichender Mindestdruck, der zu einem signifikanten Leckage-Geräusch führt. Ausgewertet durch eine spezielle Software, zeigten die akustischen Aufzeichnungen in der WFW-Leitung tatsächlich drei Leckstellen an! Zwei davon hatte WFW absichtlich erzeugt, um die Zuverlässigkeit des Systems zu testen. Die dritte Leckage aber war echt. Eine Baggerschaufel legte einige Tage später das betroffene Leitungsstück frei und eine undichte Muffenverbindung kam zum Vorschein. „Wir waren beeindruckt von der Präzision dieser Technologie“, erklärt Thomas Pohl, Assetmanager für den WFW bei der N-ERGIE und Initiator des Projektes. „Und beruhigt zugleich: lediglich eine kleinere Muffenundichte auf 21 Kilometer Leitung Baujahr 1973 zeugt von einem sehr guten Zustand!“

Die Kosten für eine solche Messung sind beträchtlich, daher will der Einsatz des SmartBalls® gut überlegt sein: „Der WFW steht vor der Aufgabe, die Restlebensdauer der Spannbeton-Abschnitte seiner Fernleitung abzuschätzen. Davon hängt der richtige Zeitpunkt für eine Ersatzinvestition von rund 30 Millionen Euro ab. In diesem Fall rechnet sich also der mit der Messung verbundene Gesamtaufwand“, führt Thomas Pohl aus. Für einen regelmäßigen Einsatz sind die Kosten der Messung voraussichtlich zu hoch. „Wir können uns jedoch vorstellen, den SmartBall® in einem mehrjährigen Turnus einzusetzen“, so Pohl. Auch in Zukunft wird der WFW also den intelligenten Ball auf Reisen durch seine Fernleitungen schicken.

Vorschau Einbringen des SmartBall® in die Fernleitung im Hochbehälter Graisbach





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