Internationaler Tag des Wassers am 22. März 2008
Auch wenn dem Thema „Sichere Sanitärversorgung“ heute in unseren Breitengraden ein anderer Stellenwert zukommt als in den so genannten Schwellen- und Entwicklungsländern, ist der Zweckverband Wasserversorgung Fränkischer Wirtschaftsraum (WFW) doch ein gutes Beispiel dafür, wie vor fast 50 Jahren für Teile Frankens dem Mangel an Trinkwasser und damit auch einer Sanitären Grundversorgung begegnet wurde. Kaum vorstellbar, dass laut Gebäudestatistik des Jahres 1961 im Landkreis Ansbach nur 46 Prozent der Bevölkerung an eine zentrale Trinkwasserversorgungsanlage angeschlossen waren. In den Kreisen Fürth und Erlangen waren es immerhin bereits 73 bzw. 74 Prozent, doch im alten Landkreis Schwabach nur 39 Prozent. Fließendes Wasser in der Wohnung und somit Toiletten mit Wasserspülung war für viele Bewohner noch ein weit entferntes Wunschdenken. Selbst in der Großstadt Nürnberg lag der Anschlussgrad erst bei 91 Prozent.
Da sich im Vergleich mit anderen Gebieten Bayerns in Mittelfranken eine besonders hohe Verbrauchsdichte und geringe jährliche Niederschlagsmengen bei gleichzeitig geringem Speichervermögen des Untergrundes gegenüber stehen, war es notwendig, weiter entfernte Trinkwasservorkommen zu erschließen. Im Mündungsgebiet des Lechs in die Donau stand genügend Grundwasser zur Verfügung, das in den Fränkischen Wirtschaftsraum um Erlangen, Fürth und Nürnberg geleitet werden konnte. Zur Durchführung dieses Vorhabens wurde im Jahre 1966 der „Zweckverband Wasserversorgung Fränkischer Wirtschaftsraum“ (WFW) gegründet.
Seit fast 35 Jahren ist für den WFW der Name Programm: Teile Frankens werden seit dem 16. Juli 1973 ganz oder teilweise mit Trinkwasser von höchster Qualität versorgt. Seither haben rund 675 Millionen Kubikmeter Grundwasser den weiten Weg aus dem Mündungsgebiet von Lech und Donau nach Nordbayern angetreten. Ein hoher technischer Aufwand ist hierfür erforderlich.
Um der interessierten Bevölkerung die täglich notwendigen Leistungen nahe zu bringen, hat der WFW u. a. einen Internetauftritt eingerichtet, der über die Arbeit des Verbandes informiert.
Unter www.wfw-franken.de findet der Benutzer u. a. Hinweise über die Geschichte und Aufgaben sowie die Anlagen des Zweckverbandes. Dort wird über den Weg des Wassers von der Gewinnung bis zum Weiterverteiler ebenso informiert wie über die Qualität des gelieferten Wassers.
Der WFW bietet seinen Internet-Besuchern zudem die Broschüre „Aufgaben, Einrichtungen, Ziele“ an und hält auch ein Bestellformular für den WFW-Film „Den Reichtum bewahren“ vor. Die DVD informiert in ca. 15 Minuten über die Anstrengungen des WFW, Tag für Tag wertvolles Trinkwasser in das vergleichsweise wasserarme Franken zu leiten.
Die Mitgliedschaft des WFW in der „Internationale Arbeitsgemeinschaft der Wasserwerke im Donaueinzugsgebiet (IAWD)“ bietet den Fachleuten des WFW die Möglichkeit, auch direkt im Sinne der Ziele des Weltwassertages zu arbeiten. Gemeinsam mit anderen Kollegen aus Deutschland, Österreich und der Schweiz können sie helfen, die Wasserprobleme der übrigen Mitglieder aus Südosteuropa zu lindern. Insbesondere in Rumänien gibt es für uns unvorstellbare Probleme mit der Mengen- und Qualitätssicherung der Wasserversorgung.
Hintergrundinformation zu Weltwassertag:
Der internationale Tag des Wassers wurde 1992 auf der Vollversammlung der Vereinten Nationen in Rio de Janeiro ins Leben gerufen. Hintergrund war die Agenda 21, die im Juli 1992 von den Vereinten Nationen beschlossen wurde. Darin werden die Probleme und Notwendigkeiten einer nachhaltigen Entwicklung der Wassernutzung und -versorgung behandelt. Im Rahmen der internationalen Wasserdekade 2005–2015 soll der Weltwassertag zur Umsetzung von Projekten und Programmen beitragen, die sich der Verbesserung der Wasserversorgung widmen. Er soll helfen, die festgesetzten Empfehlungen in den einzelnen Ländern in gezielte Maßnahmen umzusetzen.
Die Mitgliedsstaaten der UN sind aufgefordert, am Weltwassertag durch konkrete Aktionen auf die Bedeutung des Wassers als Lebensmittel Nr. 1 aufmerksam zu machen und damit in der Öffentlichkeit Bewusstsein für das Thema zu erzeugen. Der Tag des Wassers steht jedes Jahr schwerpunktmäßig unter einem anderen Motto.